Bad Honnef. Neben gut planbaren Bauabläufen gibt es bei Fertighäusern auch die Möglichkeit, durch Eigenleistung die Baukosten zu senken. Dazu gibt es verschiedene Ausbaustufen, aus denen Bauherren die passende auswählen können. Als erstes geht es um die Frage: Sollen handwerkliche Eigenleistungen erbracht werden oder ist das schlüsselfertige Bauen die bevorzugte Wahl? „Beides ist möglich“, sagt Fabian Tews, Pressesprecher des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), und erklärt: „Wer handwerklich geschickt ist, kann durch Eigenleistungen die Baukosten senken. Wer maximalen Komfort im Blick hat oder wem schlicht die Zeit und das Know-how für eigene Arbeiten beim Hausbau fehlen, der ist mit einem schlüsselfertigen Haus besser beraten.“
Ob „Ausbauhaus“, „Bau-mit-Haus“, „technikfertig“, „fast-vollendet“ oder „schlüsselfertig“: Wer beim Fertighausbau welche Leistungen erbringt, wird im Rahmen der Bauplanung definiert und in der Bau- und Leistungsbeschreibung verbindlich festgehalten. „Gemeinsam bringen der Bauherr und der Haushersteller so die Architektur und den Grundriss, die Ausbaustufe und die Hausausstattung in Einklang mit den persönlichen Wünschen und Fähigkeiten sowie dem verfügbaren Budget“, sagt Fabian Tews. Basierend auf dieser individuellen Planung werden die Wand-, Dach- und Deckenelemente für das Haus im Werk vorgefertigt, zur Baustelle gebracht und dort binnen weniger Tage zu einem wetterfesten und abschließbaren Gebäude montiert.
Viele Fertighaus-Bauherren lassen auch im Anschluss daran den Großteil der Arbeiten durch das Hausbauunternehmen ausführen. Einige Gewerke wie Elektroinstallationen sind sogar zwingend von einem Fachbetrieb zu erledigen. Anders sieht es mit dem Spachteln, Tapezieren, Streichen oder auch Parkett legen aus – diese und weitere Maler- und Bodenbelagsarbeiten sind für viele begabte Heimwerker auch gut in Eigenleistung möglich. „Man spricht hierbei von der Muskelhypothek: die eigene Arbeitskraft reduziert die Kosten und kann, wenn möglich, sogar als Eigenkapital in die Finanzierung mit einfließen“, so Tews. Wichtig sei dabei allerdings, weder die eigenen Fähigkeiten noch die zeitlichen Kapazitäten zu überschätzen. Denn wer sich zu viel zumutet, riskiert Ausbaufehler und Bauverzögerungen. So geht eine anfängliche Ersparnis unter Umständen wieder verloren – nicht zuletzt durch doppelte Wohnkosten, wenn das Haus erst später bezogen werden kann.
Mehr Planungssicherheit zu höheren Baukosten gibt dagegen die schlüsselfertige Bauausführung, wahlweise inklusive Küche und Einbaumöbeln. Bei den Hausherstellern des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau erhält der Bauherr zudem eine Festpreisgarantie auf alle vereinbarten Leistungen und einen festen Fertigstellungstermin, sodass die alte Wohnung rechtzeitig gekündigt und der Umzug früh genug in die Wege geleitet werden kann. „Mit der Endabnahme und Schlüsselübergabe ist der Hausbau dann auch wirklich abgeschlossen. Der Haushersteller bleibt aber Ansprechpartner, wenn nachträglich Fragen oder Probleme aufkommen“, schließt der BDF-Sprecher. BDF/FT
Bild: Bei Fertighäusern dürfen Bauherren unzählige Detailentscheidungen treffen – auch ob sie in der Bauphase Eigenleistungen einbringen möchten. Foto: BDF/Fingerhut Haus
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