Bad Honnef. Für Architekt Walter Gropius, den Gründer des Bauhauses, lag die Wurzel aller Kreativität im Handwerk. Maler, Bildhauer oder Architekten – für ihn waren sie untrennbar mit der Baukunst verbunden. 1919 rief er in Weimar die Kunstschule Bauhaus ins Leben. Ihre Gestaltungsprinzipien prägen bis heute die Architektur: klare Formen, Minimalismus und der Anspruch, durch industrielle Serienfertigung Design für alle zugänglich zu machen. „Der moderne Holzfertigbau setzt diese Idee um: Er verbindet Architektur mit hoher Vorfertigung und macht sie planbar und bezahlbar“, sagt Achim Hannott, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).
Den einen Bauhausstil gibt es tatsächlich nicht. Das Bauhaus war eine Schule für Gestaltung, in der Künstler und Strömungen gemeinsam gewirkt haben. Gropius sah die Schönheit eines Gebäudes in der Verbindung von technischer Funktion und harmonischen Proportionen. Der kubische Hausbau, die bekannteste Ausprägung des Bauhausstils, ist heute besonders gefragt – auch wegen seiner praktischen Vorteile.
Kubische Form als Ausdruck einer Haltung
Eine kubische Architektur beschränkt sich nicht auf Würfelformen, sondern setzt auf klare, rechtwinklige Linien. Diese Formensprache entstand aus einer Haltung, die bewusst auf Schnörkel und Ornamente verzichtete. Das bedeutete einen radikalen Bruch mit dem damals dominierenden Jugendstil.
Praktische Vorteile
Durch ihre geraden Wände bieten kubische Häuser mehr Nutzfläche: Weil Dachschrägen fehlen, geht kein Quadratmeter verloren. Im Obergeschoss besteht überall volle Stehhöhe, zudem gibt es ausreichend Stellfläche für Schränke. Der rechtwinklige Grundriss erlaubt flexible Raumaufteilungen: offene Wohn- Kochbereiche, Rückzugsorte, klar gegliederte Zonen. Die nötige Flexibilität dafür liefert die Fertigbauweise. Rücksprünge schaffen Außenflächen im Obergeschoss und überdachte Bereiche im Erdgeschoss, die das Innen und Außen harmonisch verbinden.
„Die computergestützte Planung und Vorfertigung ermöglicht eine präzise Fertigung und passgenaue Montage. Dichte Gebäudehüllen können so gut erreicht und in einem Blower-Door-Test nachgeprüft werden“, erklärt Achim Hannott. Nicht nur im Innern zahlt sich eine geradlinige Architektur aus, auch das Flachdach bietet einen Mehrwert. Es eignet sich zur Begrünung oder für Photovoltaikanlagen. Der kompakte Baukörper minimiert zudem die Außenfläche im Verhältnis zum umbauten Raum.
Klare Formensprache, durchdachte Raumkonzepte und kompakte Baukörper: Kubische Fertighäuser greifen die Idee des Bauhauses auf und interpretieren sie zeitgemäß – präzise, funktional und erschwinglich.
Bild 1: Kubische Baukörper schaffen im Innern viel nutzbaren Raum. Rücksprünge bieten überdachte Bereiche im Erdgeschoss. Foto: BDF/Hauck Hausbau
Bild 2: Kubische Fertighäuser bieten unzählige Gestaltungsmöglichkeiten für jeden Geschmack und für fast jedes Budget. Foto: BDF/Keitel-Haus/Michael Christian Peters
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