Bad Honnef. Keller oder Bodenplatte? Das ist eine von vielen Fragen vor dem Hausbau – und zugleich eine, die gut überlegt sein will, da sich die getroffene Entscheidung später nicht mehr umkehren lässt. Gemeinhin gilt der Verzicht auf einen Keller als großer Hebel, um beim Hausbau Kosten zu sparen. „Das ist aber zu einseitig gedacht“, findet Dirk Wetzel von der Gütegemeinschaft Fertigkeller (GÜF) und erklärt: „Die Investition in einen Keller steht drei großen Mehrwerten gegenüber: Kostengünstiger als bei oberirdischen Stockwerken bringt sie erstens komfortable Wohn- und praktische Nutzfläche. Dazu ist zweitens der Hausbau in die Tiefe statt in die Breite gleichbedeutend mit einer effizienteren Bauplatznutzung beziehungsweise einem kleineren Grundstücksbedarf. Und drittens bietet gerade ein hochwertiger Fertigkeller einen sicheren Unterbau für das gesamte Eigenheim, auch bei schwierigem Baugrund.“
Vorneweg: Wie viel ein Keller kostet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Ebenso wenig, wie viel niedriger der Preis für eine Bodenplatte liegt. Kellerexperte Wetzel schätzt die durchschnittliche Differenz auf einen mittleren fünfstelligen Betrag, wohlgemerkt auf weitreichend baufertigem Grundstück in flachem Gelände und ohne vollständigen Ausbau zum Wohnkeller. Denn im Detail hängen die Kosten neben der Beschaffenheit des Baugrunds und den erforderlichen Erdarbeiten vor allem davon ab, wie der Keller ausgestattet sein soll. „Aus gutem Grund werden heute über 90 Prozent der neugebauten Keller mindestens anteilig zum Wohnen ausgelegt, also mit komfortabler Deckenhöhe geplant, gut gedämmt und mit Fenstern bestückt“, so Dirk Wetzel, Vorsitzender der GÜF und Geschäftsführer von Glatthaar Keller aus Schramberg im Schwarzwald. Um anfänglich Kosten einzusparen, könnten die Ausbauarbeiten einzelner Räume wie das Fliesenlegen und Verputzen von Wänden auch noch später erfolgen. Der Technikraum im Keller sollte hingegen weitreichend zu Beginn fertiggestellt werden, damit etwa die Heizungsanlage später nicht mehr bewegt werden muss, sondern am vorgesehenen Ort in Betrieb gehen kann.
Untergeschoss steigert Wohnkomfort in oberen Stockwerken
In der Praxis planen Bauherren gerne von Anfang an mit Wohn- und Nutzfläche im Untergeschoss. Vor allem beim Hausbau in Hanglage: Hier können die hangseitigen Räume mit großen Fenstern ausgestattet und komfortabel zum Wohnen genutzt werden. Zum Beispiel für die Schlafzimmer, ein Gästezimmer oder auch für das Homeoffice. Sogar der Verzicht auf ein Obergeschoss ist so bei cleverer Planung problemlos möglich – und das meist für einen kleineren Gesamtpreis als bei eineinhalb bis zwei Stockwerken auf Bodenplatte. Auf der anderen Seite des Kellers zum Berg hin lässt es sich ganz ohne Fenster oder mit weniger Tageslicht planen. Dort ist der beste Platz für die Technikzentrale des Hauses sowie zum Abstellen nicht alltäglich benötigter Dinge. „Oberirdisch liegt der Neubaupreis pro Quadratmeter deutlich höher als im Keller. Umso mehr Sinn macht es, diese wertvolle Fläche voll und ganz zum Wohnen, statt zum Lagern auszuschöpfen“, sagt Wetzel.
Hausbau in Hanglage: Keller die beste Option
Auf Grundstücken am Hang wird der Aufpreis für einen Keller gegenüber einer Bodenplatte immer kleiner. Denn gerade hier gehen mit dem Hausbau auf Bodenplatte aufwendige Erdarbeiten und Hangsicherungs- sowie Entwässerungsmaßnahmen einher, um den Bauplatz zu ertüchtigen. „Statt das Geld sinnbildlich in die Erde zu stecken, ist es wirtschaftlicher, es für einen standfesten und wasserdichten Keller auszugeben, der in den Hang hineingebaut wird“, so der GÜF-Vorsitzende. RAL-zertifizierte Fertigkeller werden individuell geplant, industriell vorgefertigt und planungssicher zum Festpreis errichtet. Sowohl auf nassen Böden als auch an steilen Hängen sind sie nachweislich ein dauerhaft sicherer Unterbau. Deshalb empfiehlt Dirk Wetzel selbst Bauherren mit knappem Budget, immer auch über eine Alternative mit Keller nachzudenken und mit professioneller Unterstützung gründlich zu rechnen und zukunftssicher zu planen: „Ein Keller rechnet sich fast immer, während der Verzicht öfter als gedacht Zusatzkosten verursacht: Zum Beispiel wenn aufwendige Erd- und Gartenarbeiten von Nöten sind, um die Wegeführung zum Haus sicherzustellen; wenn Gartenhäuser neuen Stauraum bieten müssen und dabei Gartenfläche verloren geht; oder auch wenn ohne Keller genau der Freiraum und die Flexibilität fehlen, die das Eigenheim eigentlich immer mitbringen sollte.“ GÜF/FT
Bild 1: Keller oder Bodenplatte? Das sollte wohl überlegt sein. Foto: GÜF/Glatthaar Keller
Bild 2: Gerade in Hanglagen ist ein Keller meist die bessere Wahl. Foto: GÜF/Glatthaar Keller
Weitere Informationen unter www.kellerbau.info
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